Sonntag, 1. Oktober 2006

Mehr Apfelhintern für deutsche Rettungsärzte!

Meine Mutter sagte immer: Kind, achte darauf, dass du immer ordentlich gekleidet aus dem Haus gehst und ordentliche Unterwäsche und Socken ohne Löcher trägst.
Als Kind, sah ich es nicht ein, Socken mit Löchern nicht zu tragen, wieso auch?
Sieht ja niemand in meinen Schuhen.
Also hakte ich nach. Wieso sollte ich immer auf Unterwäsche und Socken achten?
Meine Mutter begründete dies damit:
"Stell dir mal vor, du wirst da draußen überfahren und die Ärzte im Rettungswagen ziehen dich aus, um dich zu operieren, wieder zu beleben oder so was. Was denken die denn, wenn du Socken mit Löchern trägst? Und die freuen sich sicher über junge Fräuleins in hübscher Unterwäsche. Was denken die denn sonst von dir...."
So war meine Mutter immer. Den Satz " Wenn du morgen stirbst.." habe ich oft als Begründung für vielerlei Lebensweisheiten gehört.
So trug ich Söckchen ohne Löcher und meine Mutter fragt bis heute danach.
Auch trug ich von Kind auf ordentlich Unterwäsche und auch ordentliche Unterwäsche.
Schließlich sollten die Rettungsärzte (die mich natürlich direkt ausziehen würden, wenn ich überfahren werden würde!) auch ihre Freude haben, wenn sie mich als blutende bis tote Frau irgendwo auffinden sollten.
Während der letzten Jahre, in denen ich Unterwäsche gekauft habe, habe ich festgestellt, dass es wirklich grausige Frauen in grausiger Unterwäsche gibt,- man sollte wirklich etwas für Deutschlands Rettungsassistenten tun!
Leoparden-Tangas, pinke Tangas mit Püscheln, mit bunten Schleifchen, Tangas aus vier Fäden, Unterwäsche mit Ketten , Feinripp, Unterwäsche mit Bändchen und Kettchen und und und...
Die Frauen, die Käufer solcher Ware waren, haben optisch auch immer zu ihrer Unterwäsche gepasst.
So habe ich mir zumindest die Frauen vorgestellt, die solche Wäsche kaufen.
Die Frau mit dem pinken Püschel-Tanga hatte wasserstoff-blonde Haare mit 5 cm schwarzem Ansatz, trug hohe Lackstiefel, besaß keine Augenbraue mehr (statt dessen ein aufgemalter Strich) und hatte angeklebte FIngernägel.
Die Dame mit den Leoparden-Tangas war um die 50, unnatürlich braun, extrem geschminkt, hatte Dauerwelle wie in den 80ern, trug eine Jeans bis über den Bauchnabel (Karottenhose), knatschte Kaugummi und trug ebenfalls eine Lederjacke.
Nun gibt es aber auch schöne Lingerie.
Wenn ich als Mann eine Frau so auf der Straße sehen würde, in einem schicken, taillierten Hosenanzug, hübsch glänzenden Haaren und gepflegtem Äußeren, so würde ich doch davon ausgehen, das jene Frau ebenso ihre Unterwäsche auswählt.
Stilvoll, elegant, nicht zu vulgär oder gar kindisch und eben passend zum Rest der Kleidung.
Dies dachte ich bisher auch und aus Schulzeiten kannte ich es auch nicht anders. Die Sportliche trug unterwäsche aus Baumwolle, Sport-BH und eben immer denselben Schnitt, nichts auffälliges, aber eben sportlich.
Schick trug schick und so weiter.
Nun stehe ich also in einem Geschäft für Unterwäsche.
Alles verläuft ganz normal, ich finde, was ich suche und eigentlich findet frau immer etwas schönes, wenn sie nur weiß wo sie zu suchen hat.
Dann komme ich an einem Ständer vorbei, den ich gar nicht bemerkt hatte.
Quietsch bunt und kindlich, irgendwie witzig.
Höschen, die zum Rest des Geschäftes nicht passen. Sie sind bunt bedruckt und zwar mit Erdbeerchen und Käfern und Blümchen.
Ganz unten hängt ein Hipster-Höschen, also eines, welches breit verläuft und in der Mitte des Po aufhört.
Es ist aus weißem Baumwollstoff und darauf gedruckt: ein halber Apfel in grün mit einem Stil und einem Blatt in Glitzer-grün.
Die Po-Backen bilden also die untere Hälfte des Apfels ( wenn sie denn Wohl geformt sind).
Ich stehe also da und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Lustige Idee, aber wer kauft sowas, denke ich.
Ich greife ein Exemplar und schaue es mir genauer an.
Welchen BH trägt man wohl zu so etwas?
Ich schau umher, aber nirgendwo hängt ein Apfel-BH.
Vielleicht trägt man auch keinen BH dazu, und die Brüste selbst stellen die Äpfel dar, wenn wohl geformt.
Ich stelle mir das vor und muss wir grinsen.
Stehe also rund 5 Minuten grinsend vor einem dämlichen Stand im Unterwäsche-Geschäft und frage mich, was Männer wohl dazu sagen würden?
Was der Rettungsassistent dazu sagen würde?
Ich wäre der Kantinen-Witz der Woche.
Ich könnte ihn aber auch meiner Mutter schenken, obwohl...in ihrer Größe ist er nicht mehr vorhanden und sie sollte eher eine Birne tragen.
Aber als Gag?!
Sollte ich ihn einmal anprobieren?
Nein..das passt doch gar nicht. Ziemlich kindisch sowieso und 14 bin ich nicht mehr..
Oder doch?
Während ich mich also entscheide, kommen zwei Damen Mitte bis Ende 30 auf das Regal zugestürmt.
Beide in Hosenanzügen, hübsche Frisuren, gepflegtes Äußeres.
Sie suchen hektisch, bis die eine ruft: Hier sind sie!
Beide greifen strahlend einen Apfel-Slip und unterhalten sich euphorisch über dieses Prachtstück.
-Hach der ist aber auch schön!
-Gell, ich habe mir letzte Woche drei davon gekauft!
-Ich glaube ich kaufe mir auch welche!
-Oh, die sind nur noch in XS da...
-Nein, hier hängt noch einer in L!
-Dann nimm du den dir!
-Ach und guck mal der hier mit den Käfern!
Ich stehe wie perplex da. Diese Frauen tragen unter ihren schicken Blazern und Hosen Äpfelchenunterwäsche?
Ich schaue ihnen verwirrt nach, wie sie zur Kasse stürmen und bezahlen.
Anscheinend sind diese Slips etwas neues, frisches, was das Kind in einem weckt?
Zumindest musste ich selbst ja auch darüber schmunzeln und süß sind sie auch.
Wieder etwas dazu gelernt.
Mehr Apfelhintern für deutsche Rettungsassistenten und -ärzte!
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(Hier ein Kylie-Video. Tolle Frau, tolle Lingerie, zeigt, wie erotisch kleine Frauen aussehen können. Einfach ein klasse Weib! Für sie würde es sich echt lohnen, einmal die Seiten zu wechseln!)

Samstag, 30. September 2006

Kuscheln oder Frieren???

Ich lese ja nie die vielen Spam-Briefe meines E-Mailanbieters, die meinen Posteingang zumüllen. Die Überschrift "Kuscheln oder Frieren" hat in mir Assoziationen an den Seitenschläfer-Kissen-Text geweckt.
Ich finde die Mail irgendwie ziemlich unverschämt, vielleicht sollte ich einmal ein Briefchen zurücksenden?!

Liebe Frau aus-dem-Wald,

letztes Jahr um diese Zeit haben wir uns mit eindringlichen Worten an den Singles unter den x-Mitgliedern gewandt. Der Herbst stehe sozusagen schon vor der Tür, so hatten wir gewarnt, und bald werde alles kalt und trüb und grau. Endlos lange, einsame Abende und der große, dicke herbstliche Single-Blues seien vorprogrammiert, wenn nicht schleunigst Schritte in Richtung Partnersuche, Liebesglück und "sich gegenseitig Warmkuscheln" unternommen würden.

Höchste Zeit mal nachzusehen, was unser wohlmeinender Appell gebracht hat: Vor einem Jahr lag die Single-Quote unter den GMX Mitgliedern haarscharf unter 50%. Aktuelle Singlestands-Messung im September 2006: 45,5%. Dass wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein können, versteht sich von selbst. Da muss noch was zu machen sein. Sie haben die Wahl:

Kuscheln oder frieren?!

Ihr x-Team

Freitag, 29. September 2006

Copy and paste

Wenn ich etwas hasse, so sind es Menschen, die nicht begreifen wollen und trotzdem fragen.
Meine Eltern sind solche Menschen.
Insgesamt bin ich von vielen Idioten in meinem Leben umgeben, die blöde Fragen stellen und mich irgendwann zu einer Cholerikerin machen werden...
Nun ja, bei meinen Eltern versuche ich, bzw. habe ich es bis vor einigen Tagen versucht, geduldig und freundlich zu bleiben.
Ich setzte mich zwei Stunden vor diesen beschissenen Ladebalken und warte und erkläre meinem Vater was für Geschäftsbedingungen und Klauseln er wo zu beachten hat.
Er geht mit der Maus x-mal zurück und druckt unnötig alle möglichen Seiten aus, obwohl er den Vertrag, den er online abschließen will, doch sowieso geschickt bekommt.
Nach einer Stunde und 40 Minuten stürzt das tolle System ab.
Ich sitze da und koche innerlich.
Der erste Satz meiner Eltern: "Oh, wir rufen den Chris an."
Ja, der liebe Chris ist Anfang dreißig und studiert Informatik, wohnt bei seiner Mutter und hat, so denken meine Eltern, massig Ahnung von Computern, da er schließlich Informatik studiert. Er berät meine Eltern in Sachen Computer, wird ständig angerufen und bringt meinen Eltern immer wieder neue Programme mit, sodass man an deren PC nicht mehr das Hintergrundbild sieht, vor lauter kleinen Buttons.
"So Papa, wir machen das jetzt schnell nochmal, dann musst du ja nicht mehr alles lesen, also geht es schneller!"
"Nein, nein, wir machen das jetzt nicht mal so flott durch. Sowas lasse ich nicht mit mir machen, ich schaue mir das genau an, was ich abschließe, solltest du übrigens auch mal machen."
Dankeschön, denke ich. Da helfe ich und werde ständig gestichelt.
So geht das immer, wenn ich gerade im Lande bin.
Letztes Mal wollte er gerne eBay-Mitglied werden. Ich darf gar nicht erwähnen, wie lange es gedauert hat, dieses Formular auszufüllen...
Wenn ich einmal anrufe und eine Bitte habe, dann scheint das schier im Rahmen des Unmöglichen zu liegen.
Ich habe einen Bericht über eine Einrichtung geschrieben und da ich keinen Drucker besitze, bzw. einen Drucker ohne Patrone, so rief ich an und bat höflich darum, mir diesen einen Gefallen zu tun.
Die Diskussion begann..
-Du schickst uns eine E-Mail und wir sollen das da drin dann umwandeln und ausdrucken?
-Mama, das nennt man kopieren.
-Ich verstehe doch nichts davon! Ich kann das doch nicht.
-Mama das sind drei Mausklicks!!! Du markierst den Text, drückst auf kopieren und dann in Word auf einfügen und schon steht der Text in Word, das habe ich dir schon einmal erklärt.

(Es vergehen eine halbe Stunde, in der ich krampfhaft versuche, meiner Mutter die Funktion Copy-Paste zu erklären..)
-Mama, sitzt du jetzt am PC?
-Ja.
-Geh mit der Maus in den Text, klick auf irgendein Wort mit der linken Maustaste und halte die Taste während du die Maus nach unten ziehst.
-DANN WIRD DER TEXT BLAU! WAS ERZÄHLST DU MIR HIER????
-Mama, das nennt man markieren! Jetzt klickst du mit der rechten Maustaste in das blaue Feld und dann erscheint ein Fenster mit den Spalten "Ausschneiden, Kopieren..."
-Jetzt ist das blaue weg..
-Mama, ich sagte doch mit der rechten Maustaste!
-Oh.
-Dann jetzt das Ganze bitte nochmal. Markiere ein Stück mit gehaltener linker Taste und gehe dann mit einem rechten Mausklick ins blaue Feld.
-Ja?
-JA!
-Und jetzt?
-Jetzt auf kopieren!
-Kopieren? Ich dachte du willst drucken? Ich verstehe das nicht, ich gebe dir deinen Vater.
-Nein!
-Hallo?
-Hallo, kannst du der Mama erklären, wie man einen Text in Word kopiert?
-Umwandeln kann deine Mutter nicht. Lass sie doch mit sowas in Ruhe, kannst du sowas nicht selber machen??? (Kann mein Vater keine Verträge alleine abschließen?)
-Papa bitte, das ist doch nun wirklich kein Akt, es geht doch nur um den Ausdruck eines Berichtes! Das ist eine Sache von zwei Minuten!
-Dafür müssen wir aber doch ins Internet!
-Papa bitte!
-Weißt du, ich bin jetzt müde. Frag doch jemand anderes.

Nun denn, das Gespräch wurde dann durch ein "Ich leg jetzt auf" von Seiten meines Vaters beendet.
In diesen Minuten hätte ich 10 Sumo-Ringer zusammenschlagen können...

Ich darf anmerken, dass meine Mutter vor 24 Jahren einmal den Beruf des Programmiererin gelernt hat, so sollte sie doch irgend einen Bezug zu Rechnern haben, oder eine sonstige Affinität für dieses Metier....dachte ich..

...

Mindesthaltbar hat für die Jubiläumsausgabe meinen Text "Der junge Mann von nebenan" veröffentlicht.
Wer in die Ausgabe mal hineinschnuppern möchte, es stehen hübsche Texte drin.
Hier steht meiner und über den Header gehts zur Übersicht.
Viel Spaß!

Mittwoch, 27. September 2006

Nächte des Grauens

Wenn man Single ist,
wenn man lange Single ist,
so sind die Nächte die einsamsten und sicherlich auch die kältesten.
Man versucht sich durch Kerzen, Musik, einem guten Film oder Bücher, Wärmflaschen und Tee, sowie dem ein oder anderen und mehr oder weniger großen Betthupferl den Abend zu versüßen, drückt die Decke fest an sich und versucht so rasch wie möglich einzuschlafen, um nicht allzu lange in dieser Stille verharren zu müssen.
Dies tun ja viele Frauen. Was die xy-Prototypen tun, weiß ich nur bedingt ( außer vielleicht den ein oder anderen ominösen Streifen aus einer dunklen Internet- bzw-Verleihecke zu verschlingen), da diese bekanntlich äußerst ungern über ihr Gefühlsleben sprechen.
Wobei die wohl eher froh sind, nachts nicht vom fraulichen Permafrostfuß aus dem Schlaf gerissen zu werden.
Nun ja, es gibt einige Möglichkeiten , einen zeitweise adäquaten Kuschel- oder Partner"ersatz" zu schaffen, doch etwas dauerhaft ähnlich schönes zu finden, ist schwerlich möglich.
Eine tolle Möglichkeit sind nicht nur überdimensionale Decken und hässliche Kuscheltiere, sondern auch das so genannte Seitenschläferkissen.
Ich finde, es sieht herrlich gemütlich aus.
( Ein Nackenkissen ist natürlich optimal. )
Seitenschlaeferkissen-FAN_72__585516_20
Während des Seitenschläferkissen-kuschelns kann man sich Träumen hingeben und herrlich abschweifen.
Wenn ich trotzdem nicht schlafen kann, was oft vorkommt, oder betrübt über den aktuellen Zustand des solo-schlafens bin, führe ich mir außerdem gerne die negativen Seiten des partnerschaftlichen Schlafens vor Augen.
Denn der Mann mutiert nachts zu einem Wesen, dem man lieber nicht begegnet. Egoistisch, laut schnarchend und unliebsam.
Ich spreche hier nicht von Beischlaf, es soll hier lediglich von "gemeinsam in einem Bett ohne Penetration schlafen" die Rede sein.
Nehmen wir beispielsweise die Löffelchenstellung als Schlafposition.
Sie bestärkt den Schläfer im Grundvertrauen dem Beischläfer gegenüber und auch dem Grundvertrauen in die eigene Daseinsberechtigung .
Sie ist angenehm und wärmend und so vertraut, dass sie die perfekte Schlafposition darstellt (Nierchen müssen ja auch schön gewärmt werden) .
Nun ist es aber leider so, dass sich Männer in der Einschlafphase als äußerst anschmiegsam geben und leidenschaftlich löffeln, sich aber schnell darüber beschwerern, dass es zu heiß, zu nah, zu irgendwas für die endgültige Schlafposition der Nacht ist.
Es beginnt ein kurzer zickiger Dialog, mann gibt sich geschlagen ,- oder wird mit einem seitlichen Rippenstoß geschlagen.
Man löffelt weiter.
Bald dann folgendes Szenario:
Sein Arm drückt immer mehr, wie ein fahler schwerer Kloß hängt er schnorchelnd auf einem und beschwert sich dann darüber, wenn frau ihn anstubbst (sie behaupten ja immer hart aus dem Schlaf gestoßen worden zu sein) und um das freilegen der nasalen Atemgänge bittet.
Dies mag anfangs ja noch durchaus im Rahmen des möglichen liegen, erweist sich in der später beginnenden Tiefschlafphase des Mannes jedoch als kläglicher, niemals gut endender und stets scheiternder Versuch.
Er dreht sich mit einem lauten *chrchr* seitlich, rollt dann mit einem Mal zur Seite und umklammert die Decke.
Der Kampf um dieses Refugium ist gar nicht zu gewinnen.
Wie ein Autist umklammert er grummelnd die Decke (toller Gastgeber! bzw. sehr höflicher Gast!) und markiert sein Revier.
Sollte frau dann den cleveren Lösungsansatz, eine zweite Decke anzuschaffen, umsetzen, so hat der Mann keine Skrupel auch die zweite Decke an sich zu reißen.
Liebe Männer: ich gehe hierbei von persönlichen Erfahrungen aus, es mag ja auch nette Exemplare in der Hinsicht geben, die kenne ich jedoch nicht!
Nun ja, ist er dann irgendwann zwischen 2 und 4 eingeschlafen, kann frau sich dann langsam vorrobben, den verkrampften Griff um die Decke lösen und sich dazulegen.
Habe zur Strafe für den Schlafentzug vor einer Prüfung, einen Herrn ganz aus dem Bett gerollt.
Das geht einfach nicht.
Geschnarche, keinerlei Hilfe bei der Erwärmung der Frostfüße bei Nacht, kein liebevolles Miteinander.
Und das Schlimmste: das morgendliche Erwachen.
Er ist ja noch ganz niedlich mit verstrubbelten Haaren, aber er sieht MICH!
In grellem Sonnenlicht, mit Zottelhaaren und einem Augenlid auf Halbmast, das andere ganz unten.
Darauf kann ich gerne verzichten.
Auf morgendliche Annäherungsversuche ebenfalls und auf irgendwen in meiner Aufwachphase an meiner Seite ebenfalls.
So stelle ich fest, ein Seitenschläferkissen ist doch ein guter Ersatz.
Dazu eine Wärmflasche, eine Tasse Kirsch-Bananen-Tee und ein wenig Musik.
(Bspw. les Choristes)
/>/>
Lammfell für die kalten Füßchen und einen warmen Kamin am besten auch.
So gibt es sicherlich keine Nächte des Grauens, sondern Nächte des Genießens!

Samstag, 23. September 2006

Der junge Mann von "nebenan"

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Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu und war eigentlich gar kein richtiger Sommer, sodass ich ihn gar nicht gehen lassen möchte.
Scheiß Petrus..
Als ich klein war, gab es Winter mit viel viel Schnee und Sommer in brütender Hitze.
Jetzt sind die Jahre wie ein Einheits-Wisch-Wasch und irgendwo nicht gerade spannend, sondern fad und zur Trägheit verleitend.
An einem der letzten diesjährigen Sommer-Morgende, schlenderte ich durch mein Viertel zur nächsten öffentlichen Nahverkehrs-Haltestelle.
Die Nacht zuvor hatte ich mir endlich einmal Musik in MP3-Format handlich zum Mitnehmen auf mein Gerät gespielt (komischerweise hat es geklappt...ich bin ja nicht gerade Technik-affin..) und genoss den sommerlichen Duft der Straßen, bei schönen Klängen.
Mit quietschenden Reifen bremst vor mir ein Bus. Ich suche mir ganz hinten einen Platz, lehne am Fenster und lausche noch im Halbschlaf der Musik.
Irgendwann schweift mein Blick zu ihm ab.
Er steht ungefähr fünf Meter seitlich vor mir und hält sich an einer Plastikschlinge fest, die von der Decke herab hängt.
Vor ihm ein Herr mit Anzug.
Er guckt mich an und dreht rasch seinen Kopf zu seinem Gegenüber und beginnt mit diesem ein Gespräch.
Immer wieder dreht er seinen Kopf und guckt ruhig und ohne Hast herüber, ich kann nicht genau beschreiben wie, es sah so aus, als suche er etwas, obwohl er mich dabei ansah und nicht den Platz neben mir , oder die Frau vor mir.
Sein Blick verweilt in meinem Gesicht, sieht trotzdem suchend aus und dann dreht er wieder irgendwann ab zu seinem Gegenüber.
Er sah immer prüfend, so als ob er sicher gehen wolle, dass ich noch da sitze.
Vielleicht denkt er ja, dass er mich kennt?
Das passiert häufiger, weil ich bei meinem Job viele Menschen zu Gesicht bekomme.
Wie dem auch sei. Er ist süß, hat eine große Nase, fast wie Adrian Brody...und einen schönen Mund und seine Haare fallen vorne schräg von links oben nach rechts unten (diese Art "Pony", wie sie jetzt modern sind).
Ich sitze also da und beobachte und wenn er guckt, weiche ich nicht ab, nur nach längerer Zeit.
Da er mich nicht kennt, ist es schließlich egal, was er davon hält, denn er wird mich nicht ansprechen und wenn, würde ich verstört ablehnen und somit würden wir uns nicht kennen lernen und er kann denken was er will.
Ich glaube nicht, das ich ihn angestarrt habe, oder dass er wegen meinem Beobachten immer wieder aufgeschaut hat.
Es war anders und eine komische Situation.
Warum passiert mir so etwas eigentlich immer im Bus, in der Métro, in der Straßenbahn, im Supermarkt????
Wäre ich abends tanzen, könnte er mich ansprechen, oder ich ihn. Es wäre angebracht und ich wäre sicherlich nicht schockiert oder erschrocken darüber, angesprochen zu werden.
In einem Bus geht so etwas nur beschränkt.
Wenn sich jemand fünf Meter durch die Passanten-Masse durchzwängen würde, um zu fragen, was ich mache, wie ich heiße und solche Dinge eben, ich würde ihn entsetzt ansehen und auf Grund der ungewohnten und ungewöhnlichen Situation wahrscheinlich abblocken und ihn für einen durchgeknallten Kauz halten.
Würde ich ihn ansprechen, würde er ebenso über mich denken.
Ich habe also weder die Möglichkeit seine Stimme zu hören, noch zu sehen, ob hinter diesem charmanten Lächeln, ein schöner Charakter und ein intelligenter Kopf steckt.
So frage ich mich nun seit Tagen, ob ich diesen Menschen irgendwann mal wieder sehe.
Zu dumm, dass es nicht der Norm entspricht im Bus Menschen kennen zu lernen.
Auch wüsste ich ja zu gerne, was er sich wohl gedacht hat.
Vielleicht: warum starrt mich das komische Weib da drüben die ganze Zeit an???

Und mir passiert es dann auch, dass mir Männer auf der Straße begegnen und mir in die Augen sehen und das mit einer wirklichen Konstanz ohne einen einzigen Wimpernschlag und mich dann anlächeln.
Was soll ich da tun, wenn mir da gerade einer über den Weg läuft, der mir gefällt?
Ihm nachlaufen und ansprechen?
Dabei käme ich mir ziemlich dämlich vor.
Man müsste wirklich Gedanken lesen können...
Und obwohl ich nicht die einzige bin, die so denkt, sind ich und sicher einige andere verschreckt, wenn sie angesprochen werden würden.
Ich bin schon einmal Im Supermarkt, an der Supermarktkasse, auch im Bus und in der Métro angesprochen worden, aber das waren alles Situationen, die, nun ja nicht üblich waren.
Beispielsweise wäre es eine prima Gelegenheit gewesen, wenn er im Supermarkt gestanden hätte und mich gefragt hätte, was man so alles in welchen Kuchen tun könnte, oder wenn ihm im Bus ein Stapel Bücher heruntergefallen wäre und ich gerade neben ihm gestanden hätte.
Dummerweise stand er nun zu weit weg und hatte auch keine Bücher im Arm.
Gleich kommt der Pizza-Service, vielleicht arbeitet er ja dort neben seinem Studium?!
Oder vielleicht ist er auf dieser Party, auf der ich nächste Woche auch sein werde?
Würde ich ihn überhaupt noch wieder erkennen?
Ich habe nur noch ein verschwommenes Bild seines Gesichtes vor mir...
Am Montag werde ich extra früh aufstehen und denselben Bus nehmen, wie an jenem Tag und prüfen, wenn er denn auch dort ist, ob ich ihn wohl richtig in Erinnerung behalten habe.
Es ist beängstigend, wie schnell Gesichter verloren gehen.
Wenn man sich einmal fragt, ob die Großmutter Muttermale im Gesicht hatte und wie ihre Zähne, Augen, Augenbraue etc. aussahen, oder gar die von Freunden und ehemaligen Freunden, so merkt man doch, wie wenig aufmerksam man sie betrachtet hat.
Ich hatte einmal einen Freund, den ich irgendwann zeichnen konnte, ich kannte jede einzelne Pore, jedes schiefe Wimpernhärchen und jeden winzigen Fleck im Auge.
Manchmal habe ich ein Bild einer Person im Kopf und kann es nicht zeichnen. Denn sobald ich auf einzelne Dinge achte bzw. versuche mich sie zu erinnern, sind sie verschwunden.
Vielleicht habe ich nur grobe Tiefen und Schatten seines Gesichtes in Erinnerung und stelle bei der zweiten Begegnung fest, dass ich über die Hälfte an Eigenschaften seines Gesichtes vergessen habe. Das er plötzlich ganz anders, wenn auch attraktiv aussieht.
Vielleicht erkenne ich ihn auch gar nicht wieder und denke nur, da sitzt aber ein hübscher Mann im Abteil.
Und wahrscheinlich hat er sowieso eine versoffene Stimme, ist Kettenraucher und schwul zugleich.
Also was mache ich mir Gedanken...

Dienstag, 19. September 2006

Es prüfet, wer sich ewig bindet...

Es prüfet, wer sich ewig bindet....
Kürzlich wurde ich wieder in meiner Einstellung bestätigt: Ziehe erst mit einem Mann zusammen, wenn du eine Wohnung mit mindestens zwei Bädern hast und der Mann Kaweechelchen-verträglich ist.
Auf den ersten Blick gestaltete sich ein zusammen leben mit einem männlichen Wesen, äußerst verlockend.
Morgens Frühstück, zusammen kochen, fernsehen, reden, es gibt eigentlich viele Gründe für ein männliches Haustier solches Vorhaben.
Doch Obacht, wer denkt, es sei immer so schön...
Ich nenne es einfach Ehe auf Zeit: ich war nicht mit ihm auf irgendeine partnerschaftliche Art und Weise verbunden, er war nur für ein paar Tage hier wohnhaft.
Nun gestaltete sich die Anfangsphase (3 Stunden) als äußerst angenehm.
Ich betrat das Bad und es roch einfach nur...männlich. Ich schnüffelte umher und dachte nur, „geh nochmal unter die Dusche, ich will, dass mein Bad immer so riecht“.
Ich schnüffelte umher und schrieb mir den Namen des Duschgels auf.
Am zweiten Tag warf ich den Zettel weg.
Grund: zu oft gerochen im eigenen Bad.
Auch überrascht war ich, als ich morgens in meinem Zimmer besonders leise war, da ich dachte ihn zu wecken.
Er selbst hatte derweil schon Frühstück gemacht.
Am zweiten Tag fiel mir auf, dass er schmatzte und ich nicht mit ihm zusammen essen konnte.
Man muss dazu sagen, dass ich besonders empfindlich bin, was Essgeräusche betrifft, bei mir schmatzt grundsätzlich jeder Mann.
Am dritten Tag bin ich fast ausgerastet.
Ich hatte als Kind immer folgendes Bild:
Mit 24 bekomme ich mein erstes Kind, ein Mädchen mit dem Namen
Saskia, Feline, Lynette, Zoe, Marlee, Maja, Marlen, Nora, Noelle, Phoebe, Quendoline, Tabitha, Tabata, Laetitia, Fee, Feli, Cloé, Bridget, Lulu, Joss, Zsa Zsa, Audrey oder Amélie.
Zur Not, dachte ich, müsse ich mich mit einem Jungen zufrieden geben, für welchen ich weitaus weniger Namen wusste.
Vielleicht ein Lino? Béla? Merle?Okay mehr fällt mir nicht mehr ein.
Zur Not müsste er Junge heißen.
Nun ja, mein Mann ( in Vater-Mutter-Kind oftmals geprobt ), sollte mich ständig küssen wollen und in den Arm nehmen.
Damals habe ich den Nachbarsjungen regelrecht vergewaltigt, damit er mich letzten Endes geküsst hat und immer brav mitspielte.
Das kleine Mädchen mit dem 10-fach Namen wäre, während ich Vorlesungen besuche, im Uni-Kindergarten, hübsch, brav, intelligent und hochbegabt, also ein Kind eben mit meinen Genen.
Mein Mann würde weder Bartstoppeln im Waschbecken hinterlassen, noch stinken und er wäre ein Anzug-Typ mit knackigem Hintern, gebildet, hoch intelligent und den Rest kennt ihr ja.
Man würde mit ihm diskutieren können, feiern und zur Not auch betrinken können.
Nun denn. In den letzten Jahren hat sich mein Bild doch ziemlich geändert.
Babys sind süß und seit drei Wochen träume ich auch davon eines zu bekommen (Hormone..), aber Kinder...
Ich habe es die letzten zwei Tage getestet, mich darauf sogar vorbereitet!
Unter anderem habe ich mir zwei Kinderknöpfe auf meine Bluse genäht und mir Spielchen ausgedacht.
Um ein Beispiel herauszugreifen:
Die Knöpfe hatten die Folge, dass ich ständig begrabscht wurde.
„Was ist das?“
(Die beiden Knöpfe waren auf der kleinen „Tasche für das Taschentuch“ auf der linken Brust appliziert .)
Sie steht kritisch schauend vor mir, betrachtet meine Brust und packt zu.
Mit beiden Händen.
Eine rechts, eine links.
Knetet gut durch, ich starre entsetzt, während sie laut schallend beginnt zu lachen.
„Hey!! Finger weg!“
„Hihi...das sind BRÜSTE!“
Sie wies andere Menschen um uns herum auch darauf hin, dass ich oberhalb des Bauches Brüste trage.
Dies ist ja nicht schlimm, aber daraufhin hingen sämtliche Kinder wie Kletten auf mir und wollten auch einmal anfassen.
Ansonsten kannten diese Kinder ein Repertoire an Schimpfwörtern... irgendwann schlug meine Kinnlade laut knallend auf dem Boden auf.
Dreckig waren sie alle und auf die Frage:
Wollt ihr nicht mal aufpassen mit euren Sachen?
..kam die Antwort: Wie???Wir haben doch eine Waschmaschine!
Okay, ich sollte mich mal erkundigen, was für ein super modernes Teil diese Familie nutzt, meine Maschine würde da streiken.
Sie sind süß und putzig, pfiffig und gewitzt. Man kann mit ihnen Kuscheln und sie gern haben, aber mittlerweile bin ich eher von Mann und Arbeit überzeugt, als von Mutter-Vater-Kind.
Was den Mann angeht, haben sich auch die meisten Ansprüche verabschiedet, weil sie einfach unrealistisch sind.
Solange ich mein eigenes Arbeitszimmer, Bad und Fluchtzimmer besitze geht das alles klar.
Naja fast...aber diese Ideen werden sich auch bald verabschieden.
Aber ob man so glücklich wird?
Laut Statistik halten Ehen mit Kindern und vor allem mit eigens gebautem Haus länger und wahrscheinlicher.
Ich mag Statistiken und finde, sie zeigen Wahrheiten auf, Gefühl hin oder her.
Seit zwei Tagen schlafe ich nicht mehr richtig.
Das ist der Streit zwischen Hormonen und Verstand.
Morgen werde ich die süßen französischen Zwillingsbiester wieder sehen. Sie werden wie Kletten auf mir hängen und mit ihren schmutzigen Gummistiefeln meine Hose versauen.
Danach werden sie mich begrabschen und mich mit ihrem Lächeln bestechen.
Ich hätte gerne ein Baby und eine Einladung zu einer Abifeier, aber Dreck, Quängelei, Ärger und die ganzen negativen Anhängsel lassen mich gegen meine Hormone arbeiten.
So ist das auch mit Männern, eine Menge Anhängsel..
Dummerweise gibt es keine persönliche Statistik für mein Leben.
Ich werde es trotzdem einfach mal alles grob hoch rechnen (Gefahr, Finanzen, Risiko....).
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(Auch wenn ihr keine Lautsprecher habt:anschauen! Es ist einfach faszinierend!)

Sonntag, 17. September 2006

Der Schinken - Geschichte eines Mörders

Tapp, tapp, jemand tritt auf dem knarzenden Boden.
Ich hechte zur Wohnungstür, reiße diese auf und frage keuchend (ok übertriebn..aber halb wahr) meine Nachbarin:
"Gehst du in den Keller?"
"Äh..ja."
"Ok, ich komme mit!"
"Ist irgendwas? Ist wieder jemand im Keller?"
"Ja ich befürchte es, eben quietschte die Metalltüre und ging einen Spalt auf, naja und da habe ich meine Wäsche unten gelassen und bin wieder hochgelaufen..
Aber ich bilde mir das sicher nur ein, war gestern DAS PARFUM gucken und schiebe jetzt Panik."
"*lach* ja ich habe den am Mittwoch in der Premiere gesehen und mich seitdem auch nicht mehr runter getraut! Ich konnte die erste Nacht auch nicht schlafen und habe nachts stundenlang mit meinem Freund telefoniert und mich danach eingesperrt um sicher zu gehen."
Puh, denke ich, bin nicht die einzige Gestörte im Haus..
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Die Nacht zuvor träumte ich nämlich folgendes:

Ich wohne in Paris, in der Rue de la Nation, gegenüber einer algerischen Bäckerei und einem Hotel.
Mein Mann arbeitet im größten Krankenhaus der Stadt und wir fahren gemeinsam zum Gare de´Est, weil meine Eltern uns besuchen kommen wollen.
Während meine Eltern sich nun in o.g. Hotel niederlassen, erfahren wir, dass sich ein Mörder in der Stadt herumtreibt.
Er tötet Frauen, entfernt Oberschenkel und Hintern und verarbeitet diese dann zu Schinken.
Kochschinken nach Pariser Art, zuerst gepökelt, dann gebrüht.
Manche auch leicht geräuchert.
Diese riesigen Massen Schinken nutzt er nun dazu, riesige Massen an Nudel-Schinken-Gratin herzustellen.
Er muss also ein furchtbar fetter Mann gewesen sein.
Wie dem auch sei, ich werde von meiner Familie vor dem Mörder versteckt, ende aber, wie alle anderen Frauen auch im Nudelauflauf, bzw. mein Hintern.
Ich selbst liege dann als Hintern-lose Leiche in einem Sarg.

Dieses Bild geistert nun seit dieser Nacht in meinem Kopf herum.
Kaweechelchen-Gratin...

Dienstag, 12. September 2006

...

Bild-245

Kaweechelchen hat gepackt und fährt morgen in den Wald.
Zwei-einhalb Tage ohne www, ohne Handynetz, ohne Supermarkt...
Jetzt fragt ihr euch, was das wohl soll.
Pfadfinderlager? - Sicher nicht.
Ich werde mit ein paar bekloppten Menschen an einem Blockseminar teilnehmen und zwar zum Thema Kommunikation.
Wir werden wie Bundeswehrsoldaten brüllen müssen und von zwei Psychologen gecoached werden, Psycho-Spielchen spielen und es wird ätzend langweilig sein.
Warum tue ich das?
Ich brauche den Schein...
Ihr werdet die nächsten Tage Spaß haben, ich definitiv nicht, aber da muss ich nun durch...

Adieu!

Einbrecher

Alleine zu wohnen ist schön, allerdings habe ich letztlich folgendes festgestellt:
In diesem Moment, in dem ich unter der Dusche stehe und nur das laute Wasser-Rauschen höre, genau in diesem Moment könnte ein Einbrecher meine Wohnung betreten.
Er könnte sich in der Küche ein Frühstück zaubern, denn ich würde die fehlenden Nahrungsmittel sowieso nicht bemerken, könnte sich dann in einem der Zimmer verstecken bis ich die Wohnung verlassen habe.
Danach könnte er PC-Spiele spielen, meine Flatrate und mein Bett, meinen Fernseher und meine Vorräte nutzen, um sich einen hübschen Tag zu machen.
Er könnte eine Wellness-Session mit Masken und Haar-Kuren in meinem Bad machen, sich parfümieren, die Beine epilieren, Nägel lackieren und dabei meine Musik hören.
Dann könnte er meine Kleidungsstücke anlegen und darin durch die Wohnung tanzen, die Wohnungen der Nachbarschaft beobachten und ein paar Bücher lesen.
Er könnte sich Pornos herunterladen und ich müsste die Rechnung bezahlen.
Meine ganzen Dateien könnte er durchforsten und die Liebesbriefe lesen, die ich vor neugierigen Besucher-Blicken versteckt habe.
Er könnte randalieren und meine Wohnung ausräumen, Skat mit Freunden spielen, oder eine Frei-Bier-Party veranstalten.
Ein geschickter Einbrecher könnte sich auch jeden Morgen Zugang zu meiner Wohnung schaffen.
Er könnte hier ein Stundenhotel aufmachen, oder aber meine Wohnung als Supermarkt nutzen, sich hier etwas kochen und wieder gehen.
Vorher müsste er natürlich alle Spuren entfernen.
Falls ich dann doch einmal früher nach Hause kommen würde, könnte er unter mein Bett kriechen, oder sich in dem Zimmer verstecken, das ich sowieso nicht nutze.
Mein Einbrecher wäre einer dieser Kinderfilm-Einbrecher, ganz in schwarz.
Unter seiner Maske steckt ein Gesicht mit großen Kulleraugen und einem schlechten Gebiss, in welchem genau ein Zahn fehlt.
Hinter seiner schwarzen Fassade steckt ein weicher Kern und somit tut er mir sowieso nichts, wenn ich ihn ignoriere.
Eigentlich ist die Sache ja ganz einfach:
Es gibt genau drei Möglichkeiten in meine Wohnung zu gelangen(ich sollte mir Gedanken machen...).
Er könnte beispielsweise den klassischen Dachweg nehmen, über die Zinnen und Türmchen hinweg spazieren und sich dann an meinem Türmchen durch das Rundbogenfenster hindurch schwingen.
Da dieses den ganzen Tag und die ganze Nacht geöffnet ist, wäre ein Einbruch zu jeder Tageszeit möglich.
Der moderne Einbrecher, der nach James-Bond-Manier meine Wohnung stürmen möchte, hat auch leichtes Spiel.
So besitzt meine Wohnung doch ganze zwei Eingänge.
Ein Wohnungseingang führt zum Treppenhaus, welches zur Südseite hinausgeht.
Der zweite Eingang führt in ein anderes Treppenhaus, welches zur Nordseite hinausgeht.
Beide Treppenhäuser wiederum besitzen jeweils eine Haustüre.
Da ich mich nicht mehr im Regen mit der Schlüssel-Suche quäle, ist im Süden 24h lang offene Tür, was komischerweise noch nie jemand bemerkt hat.
Im Norden ist die Lage etwas anders.
Hier ist nur 10 Stunden täglich Tag der offenen Tür, dafür ist diese automatisch öffnend (Eine große schwere Holztüre, welche knarzt, wenn sie öffnet).
Da eine Bewohnerin auf Nord Angst vor Einbrechern hat, schließt Sie abends die Türe ab, denn Tagsüber ist Arztbetrieb im unteren Teil des Hauses.
Hat der Einbrecher x nun die Hürde genommen und ist unbemerkt von Patienten und dem neugierigen Mann von gegenüber ins Hausinnere vorgestoßen, so kann er, der er ja ein moderner Einbrecher ist, seinen Diamantschneider zücken und ein Loch in die Glasplatte der Wohnungstüre schneiden (beide Türen besitzen solche Glasanteile).
Durch dieses könnte er nun hindurch greifen und die Türe öffnen.
Wobei ich ja glaube, dass man die Tür auch so aufbrechen könnte, sie sind beide schon etwas alt.
Wie dem auch sei, ich bin nicht hysterisch und ängstlich, aber letztlich klingelten meine Nachbarn und baten mich um Hilfe.
Im Keller wohne eventuell jemand, so die Vermutung, denn der Keller roch nach Zigarettenqualm.
Eine Woche später wollte ich gerade Wäsche waschen.
Komischerweise stand die Tür zu einem Kellerraum einen Spalt auf.
Ich dachte mir nichts dabei und gab Waschmittel in die Maschine.
Plötzlich ein lautes Knacken und für 2 kurze Sekunden Radiomusik, dann ein Knall (aus besagtem Raum).
Ich knallte die Waschmaschinentür laut zu, fluchte vor mich hin und fing mit Selbstgesprächen an.
Das mache ich seitdem immer, wenn ich Wäsche wasche, die übrigen Hausbewohner auch, was ich schon witzig finde.
Also entweder sind wir alle bescheuert, oder...naja denkts´ euch selbst.
Als dann letzte Woche plötzlich jemand im Treppenhaus hinter der Haustüre stand (ich wollte hinein, sie raus) schrie ich erschrocken das gesamte Haus zusammen, aber eben jene Dame hat das vor kurzem auch vor Schrecken getan.
Da hier nur Frauen wohnen und wir alle so sind, ist das nicht sonderlich schlimm.
(Um eventuelle Einbrecher abzuschrecken, haben wir Männernamen an die freien Klingelknöpfe geschrieben. Denn wer weiß?! )
Vielleicht sollte ich mir einen Hund anschaffen...

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Mal sehen wie es diesmal wird (ein wenig flau im Magen ist mir bei der Sache...)

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