Mittwoch, 27. September 2006

Nächte des Grauens

Wenn man Single ist,
wenn man lange Single ist,
so sind die Nächte die einsamsten und sicherlich auch die kältesten.
Man versucht sich durch Kerzen, Musik, einem guten Film oder Bücher, Wärmflaschen und Tee, sowie dem ein oder anderen und mehr oder weniger großen Betthupferl den Abend zu versüßen, drückt die Decke fest an sich und versucht so rasch wie möglich einzuschlafen, um nicht allzu lange in dieser Stille verharren zu müssen.
Dies tun ja viele Frauen. Was die xy-Prototypen tun, weiß ich nur bedingt ( außer vielleicht den ein oder anderen ominösen Streifen aus einer dunklen Internet- bzw-Verleihecke zu verschlingen), da diese bekanntlich äußerst ungern über ihr Gefühlsleben sprechen.
Wobei die wohl eher froh sind, nachts nicht vom fraulichen Permafrostfuß aus dem Schlaf gerissen zu werden.
Nun ja, es gibt einige Möglichkeiten , einen zeitweise adäquaten Kuschel- oder Partner"ersatz" zu schaffen, doch etwas dauerhaft ähnlich schönes zu finden, ist schwerlich möglich.
Eine tolle Möglichkeit sind nicht nur überdimensionale Decken und hässliche Kuscheltiere, sondern auch das so genannte Seitenschläferkissen.
Ich finde, es sieht herrlich gemütlich aus.
( Ein Nackenkissen ist natürlich optimal. )
Seitenschlaeferkissen-FAN_72__585516_20
Während des Seitenschläferkissen-kuschelns kann man sich Träumen hingeben und herrlich abschweifen.
Wenn ich trotzdem nicht schlafen kann, was oft vorkommt, oder betrübt über den aktuellen Zustand des solo-schlafens bin, führe ich mir außerdem gerne die negativen Seiten des partnerschaftlichen Schlafens vor Augen.
Denn der Mann mutiert nachts zu einem Wesen, dem man lieber nicht begegnet. Egoistisch, laut schnarchend und unliebsam.
Ich spreche hier nicht von Beischlaf, es soll hier lediglich von "gemeinsam in einem Bett ohne Penetration schlafen" die Rede sein.
Nehmen wir beispielsweise die Löffelchenstellung als Schlafposition.
Sie bestärkt den Schläfer im Grundvertrauen dem Beischläfer gegenüber und auch dem Grundvertrauen in die eigene Daseinsberechtigung .
Sie ist angenehm und wärmend und so vertraut, dass sie die perfekte Schlafposition darstellt (Nierchen müssen ja auch schön gewärmt werden) .
Nun ist es aber leider so, dass sich Männer in der Einschlafphase als äußerst anschmiegsam geben und leidenschaftlich löffeln, sich aber schnell darüber beschwerern, dass es zu heiß, zu nah, zu irgendwas für die endgültige Schlafposition der Nacht ist.
Es beginnt ein kurzer zickiger Dialog, mann gibt sich geschlagen ,- oder wird mit einem seitlichen Rippenstoß geschlagen.
Man löffelt weiter.
Bald dann folgendes Szenario:
Sein Arm drückt immer mehr, wie ein fahler schwerer Kloß hängt er schnorchelnd auf einem und beschwert sich dann darüber, wenn frau ihn anstubbst (sie behaupten ja immer hart aus dem Schlaf gestoßen worden zu sein) und um das freilegen der nasalen Atemgänge bittet.
Dies mag anfangs ja noch durchaus im Rahmen des möglichen liegen, erweist sich in der später beginnenden Tiefschlafphase des Mannes jedoch als kläglicher, niemals gut endender und stets scheiternder Versuch.
Er dreht sich mit einem lauten *chrchr* seitlich, rollt dann mit einem Mal zur Seite und umklammert die Decke.
Der Kampf um dieses Refugium ist gar nicht zu gewinnen.
Wie ein Autist umklammert er grummelnd die Decke (toller Gastgeber! bzw. sehr höflicher Gast!) und markiert sein Revier.
Sollte frau dann den cleveren Lösungsansatz, eine zweite Decke anzuschaffen, umsetzen, so hat der Mann keine Skrupel auch die zweite Decke an sich zu reißen.
Liebe Männer: ich gehe hierbei von persönlichen Erfahrungen aus, es mag ja auch nette Exemplare in der Hinsicht geben, die kenne ich jedoch nicht!
Nun ja, ist er dann irgendwann zwischen 2 und 4 eingeschlafen, kann frau sich dann langsam vorrobben, den verkrampften Griff um die Decke lösen und sich dazulegen.
Habe zur Strafe für den Schlafentzug vor einer Prüfung, einen Herrn ganz aus dem Bett gerollt.
Das geht einfach nicht.
Geschnarche, keinerlei Hilfe bei der Erwärmung der Frostfüße bei Nacht, kein liebevolles Miteinander.
Und das Schlimmste: das morgendliche Erwachen.
Er ist ja noch ganz niedlich mit verstrubbelten Haaren, aber er sieht MICH!
In grellem Sonnenlicht, mit Zottelhaaren und einem Augenlid auf Halbmast, das andere ganz unten.
Darauf kann ich gerne verzichten.
Auf morgendliche Annäherungsversuche ebenfalls und auf irgendwen in meiner Aufwachphase an meiner Seite ebenfalls.
So stelle ich fest, ein Seitenschläferkissen ist doch ein guter Ersatz.
Dazu eine Wärmflasche, eine Tasse Kirsch-Bananen-Tee und ein wenig Musik.
(Bspw. les Choristes)
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Lammfell für die kalten Füßchen und einen warmen Kamin am besten auch.
So gibt es sicherlich keine Nächte des Grauens, sondern Nächte des Genießens!

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