Freitag, 29. September 2006

Copy and paste

Wenn ich etwas hasse, so sind es Menschen, die nicht begreifen wollen und trotzdem fragen.
Meine Eltern sind solche Menschen.
Insgesamt bin ich von vielen Idioten in meinem Leben umgeben, die blöde Fragen stellen und mich irgendwann zu einer Cholerikerin machen werden...
Nun ja, bei meinen Eltern versuche ich, bzw. habe ich es bis vor einigen Tagen versucht, geduldig und freundlich zu bleiben.
Ich setzte mich zwei Stunden vor diesen beschissenen Ladebalken und warte und erkläre meinem Vater was für Geschäftsbedingungen und Klauseln er wo zu beachten hat.
Er geht mit der Maus x-mal zurück und druckt unnötig alle möglichen Seiten aus, obwohl er den Vertrag, den er online abschließen will, doch sowieso geschickt bekommt.
Nach einer Stunde und 40 Minuten stürzt das tolle System ab.
Ich sitze da und koche innerlich.
Der erste Satz meiner Eltern: "Oh, wir rufen den Chris an."
Ja, der liebe Chris ist Anfang dreißig und studiert Informatik, wohnt bei seiner Mutter und hat, so denken meine Eltern, massig Ahnung von Computern, da er schließlich Informatik studiert. Er berät meine Eltern in Sachen Computer, wird ständig angerufen und bringt meinen Eltern immer wieder neue Programme mit, sodass man an deren PC nicht mehr das Hintergrundbild sieht, vor lauter kleinen Buttons.
"So Papa, wir machen das jetzt schnell nochmal, dann musst du ja nicht mehr alles lesen, also geht es schneller!"
"Nein, nein, wir machen das jetzt nicht mal so flott durch. Sowas lasse ich nicht mit mir machen, ich schaue mir das genau an, was ich abschließe, solltest du übrigens auch mal machen."
Dankeschön, denke ich. Da helfe ich und werde ständig gestichelt.
So geht das immer, wenn ich gerade im Lande bin.
Letztes Mal wollte er gerne eBay-Mitglied werden. Ich darf gar nicht erwähnen, wie lange es gedauert hat, dieses Formular auszufüllen...
Wenn ich einmal anrufe und eine Bitte habe, dann scheint das schier im Rahmen des Unmöglichen zu liegen.
Ich habe einen Bericht über eine Einrichtung geschrieben und da ich keinen Drucker besitze, bzw. einen Drucker ohne Patrone, so rief ich an und bat höflich darum, mir diesen einen Gefallen zu tun.
Die Diskussion begann..
-Du schickst uns eine E-Mail und wir sollen das da drin dann umwandeln und ausdrucken?
-Mama, das nennt man kopieren.
-Ich verstehe doch nichts davon! Ich kann das doch nicht.
-Mama das sind drei Mausklicks!!! Du markierst den Text, drückst auf kopieren und dann in Word auf einfügen und schon steht der Text in Word, das habe ich dir schon einmal erklärt.

(Es vergehen eine halbe Stunde, in der ich krampfhaft versuche, meiner Mutter die Funktion Copy-Paste zu erklären..)
-Mama, sitzt du jetzt am PC?
-Ja.
-Geh mit der Maus in den Text, klick auf irgendein Wort mit der linken Maustaste und halte die Taste während du die Maus nach unten ziehst.
-DANN WIRD DER TEXT BLAU! WAS ERZÄHLST DU MIR HIER????
-Mama, das nennt man markieren! Jetzt klickst du mit der rechten Maustaste in das blaue Feld und dann erscheint ein Fenster mit den Spalten "Ausschneiden, Kopieren..."
-Jetzt ist das blaue weg..
-Mama, ich sagte doch mit der rechten Maustaste!
-Oh.
-Dann jetzt das Ganze bitte nochmal. Markiere ein Stück mit gehaltener linker Taste und gehe dann mit einem rechten Mausklick ins blaue Feld.
-Ja?
-JA!
-Und jetzt?
-Jetzt auf kopieren!
-Kopieren? Ich dachte du willst drucken? Ich verstehe das nicht, ich gebe dir deinen Vater.
-Nein!
-Hallo?
-Hallo, kannst du der Mama erklären, wie man einen Text in Word kopiert?
-Umwandeln kann deine Mutter nicht. Lass sie doch mit sowas in Ruhe, kannst du sowas nicht selber machen??? (Kann mein Vater keine Verträge alleine abschließen?)
-Papa bitte, das ist doch nun wirklich kein Akt, es geht doch nur um den Ausdruck eines Berichtes! Das ist eine Sache von zwei Minuten!
-Dafür müssen wir aber doch ins Internet!
-Papa bitte!
-Weißt du, ich bin jetzt müde. Frag doch jemand anderes.

Nun denn, das Gespräch wurde dann durch ein "Ich leg jetzt auf" von Seiten meines Vaters beendet.
In diesen Minuten hätte ich 10 Sumo-Ringer zusammenschlagen können...

Ich darf anmerken, dass meine Mutter vor 24 Jahren einmal den Beruf des Programmiererin gelernt hat, so sollte sie doch irgend einen Bezug zu Rechnern haben, oder eine sonstige Affinität für dieses Metier....dachte ich..

...

Mindesthaltbar hat für die Jubiläumsausgabe meinen Text "Der junge Mann von nebenan" veröffentlicht.
Wer in die Ausgabe mal hineinschnuppern möchte, es stehen hübsche Texte drin.
Hier steht meiner und über den Header gehts zur Übersicht.
Viel Spaß!

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